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Vom Sehen lernen und daran Arbeiten – Jahresrückblick 2015

Im letzten Jahr war der Jahresrückblick mit den Worten “Vom Säen und Ernten” inhaltlich getragen und fast hätte ich dieses Thema auch für dieses Jahr gewählt, wenn nicht gegen Ende des Jahres einige “Erwachungsmomente” gewesen wären.

Das Jahr 2015 war rückblickend ein so unfassbares Geschenk. Viele Freunde unterstützten mein junges Start-up und wurden meine ersten Kunden. Und mehr noch, sie wurden zu meinen glühenden Fans, die es von ganzem Herzen die Botschaft weitertrugen. Viele Musiker ließen sich durch die Internetseiten ihrer Freunde inspirieren und schrieben mich an, um sich auch von mir portraitieren zu lassen. Netzwerke, Begegnungen und Freundschaften entstanden dadurch und es fühlte sich großartig an.

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In jenem Jahr überschritt ich die durch die hohe Auftragslage den Status des Kleinunternehmers und musste in die Regelbesteuerung wechseln (das heißt, ab 2015 fiel nun die Mehrwertsteuer an). Die Preise mussten angehoben und alles neu kalkuliert werden. Meine „Must have“ Kosten stiegen. Als kleines Weihnachtsgeschenk gab es im Dezember neben der Einkommenssteuer vom letzten Jahr auch gleich die Vorrauszahlung für das kommende Jahr mit dazu. Ohje, jetzt weiß ich langsam wovon alle, die länger selbstständig sind, reden. Krankheitsgeschichten von anderen Selbstständigen ließen mich nachdenklich werden. „Sicherheit“ sollte irgendwie geschaffen werden für genau solche Fälle. „Aber pass auf, dass du nicht aus Angst handelst, für einen Fall, den es noch gar nicht gibt“, dachte ich mir. Ein weiteres Angebot für einen Referendariatsplatz (ja, ich bin Musik- und Religionslehrerin auf Gymnasium) in Halle flatterte in mein Postfach. „Hallo, altes Leben“ – und nein, ich bin nicht bereit zurück zu kehren. Ich liebe meinen Job! Gar sehr. Ich will durch Höhen und Tiefen gehen. Ich will an den Herausforderungen wachsen und nicht fliehen! Zum Thema “herzlich willkommen in der Realität” kamen viel weniger Musikeranfragen als im letzten Jahr zu Stande, richtige WOW-Bilder wurden von einigen Musiker nicht verwendet, was mich traurig stimmte, und ich bin dabei zu analysieren, was die vielfältigen Gründe sein mögen. Für mich stellt sich somit über den Jahreswechsel die Frage, welchen Stellenwert die von mir sehr innig geliebten “Klangfarbenportraits” in 2016 haben werden. Wo möchte ich hin? Wofür möchte ich stehen? Was soll von mir bleiben? Warum tue ich das was ich tue so gern?

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Oft werde ich von Freunden und Bekannten darauf angesprochen, dass sie sich so mit mir freuen, wie erfolgreich doch alles geworden sei! Im ersten Moment sehe ich mich gar nicht als so erfolgreich an und erkläre gern die Herausforderung in diesem Jahr. Und doch haben sie nicht ganz unrecht. Man übersieht schnell in Zeiten der vermeintlichen Dürre, was alles gewachsen ist und blüht. Danke dafür! Bitte weiterhin Herz und Augen öffnen! Ich glaub für ein Start-up geht es mir wirklich gut, aber ein Grund zum entspannt zurück Lehnen sollte das nicht sein!

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Schauen wir zurück: Das Jahr begann mit wunderbaren Shootings im Bereich Ensemble, Künstler und Selbstständige. Ganz inspiriert von den Erkenntnissen in der Masterclass von Steffen Böttcher begann ich meine Homepage und alles was ich danach auf Facebook von mir zeigte grundlegend zu ändern und in die Welt zu schreiben, dass ich von nun an nur noch für MUSIKERPORTRAITS und HOCHZEITEN stehe. Ja, das fühlte sich befreiend und gut an. Ich begann in diesen Bereichen “Experte” zu werden und setzte alles daran neues Wissen aufzubauen und mich weiter zu bilden.

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Im März ging ich auf Reisen: privat in den Nahen Osten, um nach 4 Jahren meine Schule und Freunde in Palästina und Israel zu besuchen. Geschäftlich flog ich das erste Mal nach JAPAN um dort eine Shintoistische Trauung zu begleiten. Was für ein erlebnisreicher Monat! Was für intensive Länderbegegnungen. Ich trage sie noch heute im Herzen.

Im Mai flog ich schon wieder nach Barcelona und schrieb für diese Zeit ein Pärchenshooting aus.

Im Juni zeigten Matthias Haltenhof und ich ausgewählte Photographien zum Thema “Spiegelung” in einer Gemeinschaftsausstellung im Schloss Hoya (bei Bremen). Leider ohne nennenswerte Erfolge und Bildverkäufe. Wieder was gelernt.

Und dann war ich auch schon mitten in meiner zauberhaften Hochzeitssaison angekommen. War das ein fantastisches Jahr!!! So viele so unterschiedliche und großartige Hochzeiten. Es war ein Traum und ich konnte photographisch immer mehr wachsen!*feel blessed*

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Zudem wurde meine Japanhochzeit in der HochzeitszeitschriftMARRY Magveröffentlicht. Ich war stolz wie Oskar! Zwei so große Projekte in einem Jahr hätte ich nie erwartet. So trat ich mein drittes Projekt an und spaltete die Homepage und meine Marke in zwei Teile: a) Anne Hornemann Photographie für meine Musikerportraits und b) Marry with Ann für die Hochzeitsreportagen. Ich wollte mit diesem Wortwitz deutlich machen, dass ich an langen Hochzeitsbegleitungen interessiert war, daran Teil des ganzen zu sein und nicht nur für 2 Stunden schöne Bilder zu knipsen. So entstand Stück für Stück mein neues Hochzeitslabel. Der Schritt fühlt sich immer noch gut an, auch wenn es schwer ist die Marke zu etablieren und bekannt zu machen. Und wer bei Facebook den Imagewechsel verpasst hat, sucht vergebens nach Hochzeitsbildern auf der alten Homepage. Aber auch hier denke ich: warte, harre aus, vertraue und bleib dran.

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Und nun sitze ich am vorletzten Tages des Jahres in meinem sonnendurchfluteten Atelier schreibe diesen Jahresbericht, bearbeite die letzten Punkte für meine Steuererklärung 2015, die ich am 4. Januar 2016 schon abgeben möchte, und kehre zurück zu meinen Ursprungsinspirationen: Simon Sinek “Start with why”. So sortiere ich gerade Ziele, Wertvorstellungen und Geschäftsmodelle für das kommende Jahr. Zurück bleibt eine Prise Anne, die in jedem Punkt wieder mit einem Lächeln die Oberhand gewinnt.

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Zu Weihnachten, als ich viele bekannte Gesichter in meiner Heimat und auf dem Weg dort hin traf, wussten alle, dass ich als Photographin arbeitete, in diesem Jahr sogar in Japan war und das in der einen Zeitschrift gezeigt wurde. Wahnsinn! Mir blieb die Spucke weg!

Danke möchte ich in diesem Moment an meine kleinen und großen Fans sagen, die meine Bilder schätzen, sich darauf freuen, mir Feedback geben, welche typisch Anne waren und welche eher nicht, und die mich ganz leise beobachten, kurz schauen was ich so mache und dabei mit mir schmunzeln. Was wäre ich ohne euch! Auch gab es wichtige Wegbegleiter und Mentoren (Ludmilla Parsyak und Josep Molina) in diesem Jahr, die mich inspiriert haben, für vieles, was nur im Hintergrund zu sehen und zu spüren ist. Seid also mit mir gespannt auf das kommende Jahr!

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Und wie feiern wir morgen Silvester? Mit einem Workshopabend “Zukunftswerkstatt – ein Workshopabend zum zielsicheren Start ins neue Jahr 2016”. Ich freue mich schon sehr spielerisch mit Freunden wirkliche Zielsetzungen als nur Vorsätze fürs neue Jahr zu erarbeiten. Und wenn es gut wird, könnte es im neuen Jahr sogar eine Workshopreihe dazu geben, wenn ihr mögt! *stay tunend*love and hugs* Eure Anne

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